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Alexa Scherrer, Schaffhauser Nachrichten, Montag 16. April 2007

Aus zwei mach eins

Die Veranstalter in der Sommerlust wurden nach eigenen Worten vom schönen und sommerlichen Aprilwetter und den vielen Gästen überrascht - natürlich positiv. Der Saal im oberen Stock des Restaurants Sommerlust direkt am Rhein war bis auf den letzten Platz besetzt, und so wurde gespannt auf den Auftritt von Mat Callahan und Yvonne Moore gewartet. Die beiden sind keinesfalls unbekannte Grössen, haben sie sich doch in den vielen, von Musik geprägten Jahren einen Namen erarbeitet.
Nach acht Jahren Zusammenarbeit in den jeweiligen Soloprojekten entdeckte das Paar ihr kreatives Potenzial im Duett. Das Potenzial wurde definitiv ausgeschöpft, wie sie am Freitagabend bewiesen. Yvonnes anfängliche Nervosität wäre keinesfalls nötig gewesen, und das nicht nur, weil sie vor langer Zeit schon in der Kammgarn auftrat und auch in der Sommerlust kein Neuling ist.
Die vibrierende Stimme und die nervösen Hände trugen jedoch sehr zur Sympathie bei, und spätestens nach der kurzen Einleitung von Gesangs- und Lebenspartner Mat hatte man das Duo irgendwie ins Herz geschlossen. Ihre Musik sei eigentlich für Freunde und die Familie geschrieben worden, die sich im Wohnzimmer versammeln und vor dem prasselnden Kaminfeuer ihren Gedanken nachhängen können, so Mat. Da das Wohnzimmer des Sängerpaars jedoch in Bern ist, nahm es kurzerhand den Weg nach Schaffhausen unter die Füsse und lud das Publikum mit seiner neuen CD «Welcome» zum Teilen der Musik, zum Austausch und einfach nur zum Geniessen ein.
New Folk. Das ist irgendeine Musikrichtung. Bei den heutigen verschiedenen Bezeichnungen hat man da ja sowieso keinen Durchblick mehr. Manchmal ist es besser, an ein Konzert zu gehen, obwohl man von der Musikrichtung keine Ahnung hat. Dann kann man eigentlich nur positiv überrascht werden. Ist es nicht viel wichtiger, dass einem die Musik des jeweiligen Konzerts gefällt und nicht nur der interessant klingende Name des Stils? Nach dem Konzert von Mat Callahan und Yvonne Moore muss man nicht zum New-Folk-Fan mutieren, aber die Musik, die Melodien und die Stimmen der beiden werden jedes Mal, wenn man von dieser Musikrichtung spricht oder hört, wieder zum Vorschein kommen - und einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Denn die Musik der beiden Künstler verkörpert die pure Lebensfreude.
Die Lieder, die von akustischer Gitarre und Mundharmonika begleitet werden, erzählen persönliche Geschichten. Geschichten der amerikanischen Historik, Geschichten des Vietnamkrieges, Geschichten über Politik. Aber auch Geschichten über Freunde, über Wahrheit und Lügen, über die Liebe oder einfach Geschichten über sich selbst. Und wenn man nach dem Konzert den Rhein entlang in Richtung Stadt schlendert, sich an die Frau mit den langen blonden Haaren und den Mann im roten Hemd und ihre Lieder erinnert, schiesst einem der Gedanke durch den Kopf, im Veranstaltungskalender nachzuschauen, wann das nächste New-Folk-Konzert in der Umgebung stattfindet.
Die vibrierende Stimme und die nervösen Hände trugen sehr zur Sympathie bei, und spätestens nach der kurzen Einleitung hatte man das Duo irgendwie ins Herz geschlossen.